07.10.2004 - Nach der im gewaltfreien Fernsehsender LTR ausgestrahlten Talkshow "Melona Nisten", die sich tiefgründig mit dem Thema "Gewalt in Videospielen" auseinander setzte, kam es vielerorts zu Demonstrationen derweltumspannenden Organisation "Mothers against Computergames".Die am 30.April in Alshofbüttel durchgeführte Demonstration wird von unseren im Desktop-Publishing erfahrenen Redakteuren Heim Dall und Gabriel Nait in folgendem Artikel beschrieben.
Bereits um 8 Uhr morgens trafen sich die ersten Videospielgegner und der Bürgermeister Smatt Jensen des 4860 Menschen zählenden Dorfes Alshofbüttel. Die Versammlung zog fortan lautgrölend durch die Straßen, um Unwissende auf die Gefahr in Videospielen hinzuweisen. Im Schlepptau hatten die militanten Spiele-Gegner die Konsolen und Computer ihrer Kinder, mit denen im Laufe des Tages noch "Großes geschehen wird", so Zitat des 73-jährigen Anführers Alois Trenzhardt. Die sich um 10 Uhr anschließende Rede des Bürgermeisters wurde gar von mehr als 50 besorgten Eltern besucht. Diese lauschten den interessanten Aspekten ihres Stadtoberhauptes, der sich offen-sichtlich ausgiebig über die durch Computerspiele entstehende Verrohung der Menschheit kundig gemacht hatte. Darüber hinaus konnten die Anwesenden auf einem auf der Bühne aufgebauten Computersystem der Marke Cremmodore C63 diverse Spiele besichtigen, um sich ein eigenes Urteil zu bilden.
Nachdem die Verantwortlichen nach 30 Minuten den Einschaltknopf des Gerätesgefunden hatten, kam es sogleich zur Vorführung des ersten Spiels, namentlich"X-Mas Hemmings" von Psyrosis. Der Bürgermeister klärte die Menschenmassen über die Gefahren auf, die durch dieses Spiel für Kinder und Jugendliche entstehen. "Nicht nur, dass die Hauptakteure dieses Spiels Selbstmörder sind, nein, weitaus schlimmer ist es, dass diese als Weihnachtsmänner getarnt sind und jederzeit vom Spieler umgebracht werden können" Nach den Worten des Bürgermeisters wurde dies nicht nur die Hemmschwelle zur Gewalt senken, darüber hinaus würde auch der Glaube der Menschheit an den Weihnachtsmann verloren gehen.
Bei dem anschließend vorgeführten Spiel "Zuul" von Gremlin Käfigs zeige sich nach vorher durchgeführten psychologischen Untersuchungen, dass die Jugendlichen Angst vor der überdimensionalen Ameise bekommen und versuchen, diese Angsttriebe in der Realität zu kompensieren. Dies sei ein Hauptgrund für die stetig anwachsende Gewalt gegen Tiere. Weiterhin bemerkte der Bürgermeister, dass schon der Name der Herstellerfirma die Kinder an bluttriefende Monster erinnere, was in vielen Fällen zu Einschlafstörungen geführt haben soll. Nach weiteren Vorführungen von Spielen wie "Deinablaster" von Hadsen Soft, das für terroristische Bombenanschläge verantwortlich gemacht wurde, "Yo! Johanna!" vom selben Hersteller, welches die Jugendlichen zu Sachbeschädigungen durch Spraydosen und Graffiti auffordere und "Car & Diver" von Elektronik Hat's, das die permanenten Autounfälle provoziere, kam der Redner zum Spiel "Mad News" von Ikarion.
"Dieses Spiel gaukelt dem Jugendlichen eine irreale Scheinwelt vor, in dem er Zeitungsredakteur wird und eine Verantwortung übernehmen muss, die die Vorstellungskraft eines Kindes überschreitet und dieses zwangsläufig in Depressionen und Psychosen drängt." Die Gestaltung einer Zeitung würde von dem Kind Unmögliches verlangen und es durch diese Nicht-Bewältigung vor sich selbst als minderwertig erscheinen lassen. Der Bürgermeister selbst wolle sich dafür einsetzen, dass dieses Spiel niemals in Kinderhände gerät.
Neben den reinen Spielvorführungen liess der Bürgermeister aber auch nicht die Gefahr der "Hardware" (deutsch : Harte Ware - Anm.d.Red.) außer acht. So folgerte er spitzfindig, dass Geräte wie der "Joystick" (im Fachjargon auch als "Daddelstick" bezeichnet) und der Trackball (die zur Zeit wohl fortschrittlichste Steuereinheit) die Jugendlichen unweigerlich an weibliche und männliche Körperteile erinnere. Durch das ständige Rütteln am "Joystick" und das Reiben des "Trackballs" werden eindeutig Sexualakte nachgespielt, die die Moral der Jugendlichen auf ein Minimum herabsenken. Alleine schon der Name "Joystick" (deutsch : Freudenstab - Anm.d.Red.) zeige auf, dass die Herstellung und Verbreitung dieser Geräte einen Aufruf zur sexuellen Freiheit beinhaltet.
Nach Beendigung der Vorführung schlug das Stadtoberhaupt einige Alternativen vor, die sich insbesondere auf das Angucken von gewaltfreien Zeichentrickfilmen wie "Der gelborange Panther" und "Tem und Jorry" konzentrierten. "Gerade hier lernt das Kind adäquate, gesellschaftlich erwartete Verhaltensweisen unter lustigen Aspekten. Auch die täglich erscheinenden Nachrichten tragen weitaus mehr zur Identitätsentwicklung bei, als Computerspiele mit fiktiven Inhalten !"
Abschließend wurden die Konsolen und Computer unter lautem Beifall der Eltern und den Tränen der Kinder vom Bürgermeister und den Mitgliedern von "Mothers against Computergames" mit Äxten, Sägen und Vorschlaghämmern zerstört. Die nächsten Demonstrationen und Kundgebungen von "Mothers against Computergames" sind am 23.Mai in Hohenhütten und am 03.Juni in Oberschaffelburg.
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