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Wenn japanische Entwickler irgendwelche auf den ersten Blick kuriosen Design-Entscheidungen treffen, dann haben sie sich meistens etwas dabei gedacht. Das jetzt doch noch erschienene „Gran Turismo“ für PlayStation Portable bietet zum Beispiel keinen Karrieremodus, obwohl jedes noch so drittklassige Rennspiel der letzten Zeit einen hatte. Was könnte dafür nur der Grund sein? Waren die Jungs und Mädels bei Polyphony Digital etwa zu faul? Oder hatten sie zu wenig Zeit, weil das Spiel pünktlich zur Veröffentlichung der neuen PSP Go erhältlich sein musste? Weder das eine, noch das andere – denke ich. „Gran Turismo“ für PlayStation Portable ist extrem umfangreich und einfach riesig, aber dennoch ein Spiel für eine tragbare Konsole. Viele Leute nutzen die PlayStation Portable, um unterwegs zu spielen – zum Beispiel in der Bahn, in der Pause oder am Strand. Unterwegs hat man aber meist keine Zeit, sich mit einem Karrieremodus herumzuschlagen – man will ein schnelles Rennen zwischendurch fahren, vielleicht auch mal zwei oder drei. Außerdem soll „Gran Turismo“ für PlayStation Portable vermutlich nicht dem im nächsten Jahr erscheinenden „Gran Turismo 5“ für PlayStation 3 die Spieler streitig machen. Versteht mich nicht falsch, ich will die Abwesenheit eines Karrieremodus nicht schön reden, sondern nur versuchen zu erklären. Dass ein Karrieremodus dem Spiel definitiv gut getan hätte, will ich auch gar nicht abstreiten.
Aber auch so wird sehr, sehr viel geboten. Mehr als 800 Autos haben es ins Spiel geschafft. Und natürlich stammen alle von realen Herstellern. Zu Beginn besitzt ihr jedoch nur wenig Geld und dürft von den richtig heißen Karossen erst einmal nur träumen. Kurios ist, dass an jedem Spieltag nur vier Hersteller verfügbar sind. So müsst ihr manchmal einige Zeit warten, bis euer Favorit wieder dabei ist. Wirklich störend ist das aber nicht, nur … naja … einfach kurios. Das große Ziel des Spiels ist eine Garage voll mit Edel-Boliden. Um dieses Ziel zu verwirklichen, benötigt ihr ganz viel Geld. Geld erhaltet ihr, indem ihr Rennen gewinnt oder erfolgreich Herausforderungen absolviert. In den Herausforderungen müsst ihr zum Beispiel bestimmte Fahrmanöver bestehen oder Gegner so schnell wie möglich überholen. Die Zeitlimits für den bronzenen Pokal sind regelmäßig relativ großzügig bemessen, wollt ihr hingegen Silber oder Gold (und somit mehr Geld), müsst ihr euch richtig anstrengen und ganz viel üben. Mit etwas Übung könnt ihr auch in den Drift-Events ordentlich Kohle machen. Aber Achtung: „Gran Turismo“ ist kein Arcade-Racer, sondern sehr simulationslastig. Das bedeutet, dass bereits ein kleiner Fahrfehler euren Abgang nach sich ziehen kann. Den Schwierigkeitsgrad der Drift-Events solltet ihr also auf keinen Fall unterschätzen.
In den „richtigen“ Rennen sind leider immer nur – wohlgemerkt inklusive euch – vier Autos auf der Strecke. Von diesen gibt es im Übrigen 35 an der Zahl, verschiedene Layouts sorgen für noch mehr Abwechslung. Ihr fahrt auch nicht immer nur auf Asphalt, sondern teilweise auch auf Matsch und Schnee. Es ist sehr wichtig, dass ihr das Verhalten der Fahrzeuge genauestens einstudiert, ansonsten landet ihr permanent auf dem Rasen oder im Sand. Eure Gegner warten dann natürlich auch nicht auf euch. „Gran Turismo“ ist aber auch kein Rennspiel vom Schlage eines „GTR“, also keineswegs eine Hardcore-Simulation. Eine solche wäre auf PlayStation Portable auch gar nicht möglich, benötigen kompromisslose Simulationen doch fast immer ein richtiges Lenkrad. Wenn ihr die „Gran Turismo“ – Spiele für PSone und PlayStation 2 gespielt habt, solltet ihr euch im PlayStation Portable-Ableger sofort zurecht finden. Die meisten Strecken sind seit Jahren bekannt, viele Autos ebenfalls. Allerdings sollten auch die Neulinge unter euch schnell erste Erfolge feiern können. In den ersten Rennen sind eure Kontrahenten nämlich noch alles andere als gefährlich. Erst wenn das Spiel bei euch eine Leistungssteigerung feststellt, werden eure Gegner besser. Der Schwierigkeitsgrad ist variabel, was nicht nur auf dem Papier interessant klingt, sondern sich auch in der Praxis auszahlt.
Einen Mehrspielermodus bietet „Gran Turismo“ auch auf PlayStation Portable. Dummerweise lässt sich dieser nur über eine Ad-Hoc-Verbindung spielen, nicht aber über das Internet. Wenn ihr drei Freunde mit einer PSP und dem Spiel parat habt, dürft ihr euch auf packende Rennen freuen. Ohne die richtigen Freunde ist der Mehrspielermodus hingegen ein zahnloser Tiger. Super ist dafür, dass ihr die meisten Wagen euren Freunden schenken könnt, ohne (!) diese selbst zu verlieren. Die verbliebenen könnt ihr immerhin tauschen. Zugegebenermaßen stellt sich so immer wieder das aus „Pokémon“ bekannte „Gotta Catch 'em All!“ – Gefühl ein. Das ist gut, ist es doch ein Motivationsfaktor. Belohnungen abseits cooler Autos gibt es in „Gran Turismo“ auf PSP nämlich kaum. Im Vergleich zu den Spielen für die Heimkonsolen sind die Tuning-Optionen auf dem Sony-Handheld nicht mehr so umfangreich. Zwar könnt ihr zahlreiche Einstellungen tätigen, die sich auch spürbar auswirken, doch eben nicht mehr. Und das war es dann auch schon. Grafisch ist das Spiel erste Sahne. Die Autos und Strecken sehen allesamt super aus, zudem läuft das Spiel stets absolut flüssig. Wirklich gut ist auch der Sound – wenn euch die Standart-Mucke nicht gefällt, könnt ihr während der Rennen auch eure eigenen MP3-Lieder hören (Achtung: Dieses Feature muss erst freigeschaltet werden).
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| SCREENSHOTS |
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